Beispielcharakterisierung: Tschick

Dieser Beitrag enthält eine Muster-Charakterisierung für die Tschick, die Hauptfigur aus dem gleichnamigen Roman von Wolfgang Herrndorf. Die Unterrichtseinheit zu „Tschick“ findest du unter diesem Link, Wissenswertes zur Charakterisierung kannst du auf dieser Seite einsehen.

Um am Beispiel sowohl die Charakterisierung einer Roman- als auch einer Filmfigur aufzeigen zu können, werde ich in dieser Charakterisierung Textstellen und Filmszenen zum Beleg meiner Thesen anführen. Weil Buch und Film nicht zu 100% in allen Details übereinstimmen, habe ich gekennzeichnet, auf welches Werk sich die Passagen beziehen. In Aufgabenstellungen für Schüler:innen wird normalerweise nur eines von beiden verlangt.

Der Aufbau der Charakterisierung richtet sich nach dem, was ihr euch auf Inhaltsangabe.de durchgelesen und erarbeitet habt.

Linke Seite: Fließtext (Ausformulierung)

Rechte Seite: Anmerkungen zu Struktur und Inhalt


Einleitung

Der Jugendroman „Tschick“ von Wolfgang Herrndorf erschien 2010 im Rowohlt Verlag. Die Geschichte, die von den Abenteuern zweier 14-jähriger Außenseiter namens Maik Klingenberg und Andrej „Tschick“ Tschichatschow erzählt, die in ihren Sommerferien mit einem geklauten Lada Niva in die Walachei reisen wollen, wurde 2016 von Fatih Akin verfilmt. Im folgenden Text soll die namensgebende Figur Tschick auf Basis des Kapitels 9 aus dem Roman und ausgewählter Filmszenen charakterisiert werden.

Basisinformationen: Textsorte, Autor, Titel, Thema, Erscheinungsjahr

Überleitung

Hauptteil

> Außensicht

Tschick, der im Film von Anand Batbileg verkörpert wird, ist ca. 1,80m groß und hat einen sportlichen Körperbau. Er hat schwarze Haare, die am ganzen Kopf bis auf wenige Millimeter mit Ausnahme der Stirn abrasiert sind, denn dort trägt er einen verwuschelten Pony. Seine Augenbrauen sind ebenfalls schwarz, die Augen sind eher schmal, er hat hohe Wangenknochen und oberhalb der Lippen trägt er in einigen Filmszenen den leichten Flaum eines Oberlippenbartes.

Während des Roadtrips mit dem Lada trägt Tschick ein offenes blaues Hemd mit einem grün-gelben Palmenmuster, darunter ein gelbes T-Shirt und eine lange, schmale Goldkette. Seine Beine sind mit einer blauen Jogginghose mit einem breiten weißen Seitenstreifen bekleidet und an den Füßen trägt er schwarze Turnschuhe.

Im Buch beschreibt Erzähler Maik Tschicks Kleidung an dessen erstem Tag am Hagecius-Gymnasium als „schmuddelig“, „unförmig“ und billig (vgl. Kap. 9, Z. 48 ff.). Dieser Eindruck wird auch in der entsprechenden Filmszene aufgegriffen, denn der Neue trägt am ersten Tag mit Panzertape reparierte Crocs.

Dass die Lebensverhältnisse von Tschick eher schwierig sind und dass er eine bewegte Vergangenheit hinter sich hat, erfahren die Leser:innen des Buches durch die Kurzvorstellung von Herrn Wagenbach: Nachdem er vier Jahre zuvor aus „den unendlichen russischen Weiten“ (Kap. 9, Z. 122) nach Deutschland gekommen ist, hat er sich innerhalb kürzester Zeit von der Förderschule auf das Gymnasium gearbeitet, was aufgrund der Tatsache, dass er zuvor kein Deutsch konnte, keine einfache Aufgabe war. Über die Familie des Teenagers erläutert der Lehrer nur, dass Tschick mit seinem Bruder emigriert sei (vgl. Kap. 9, Z. 130 ff. und Z. 150 ff.)

Soziale Merkmale

> Innensicht (Basis: Buch)

Tschicks Verhalten ist zu Anfang von einer Abwehrhaltung gegen die Situation in der neuen Klasse geprägt, was daran deutlich wird, dass er es verweigert, sich der Klasse vorzustellen und stattdessen den Lehrer, Herrn Wagenbach, seine Vorstellung übernehmen lässt (vgl. Kap. 9, Z. 91 ff.). Die Angaben, die der Pädagoge zu seiner Person macht, ergänzt und korrigiert er nicht, obwohl sie nach eigener Aussage nicht zu 100% korrekt waren (vgl. Kap. 9, Z. 164/165). Hinzu kommt, dass Maik eine Alkoholfahne riecht, als Tschick seinen Platz in der Klasse einnimmt (vgl. Kap. 9, Z. 187 ff.) Die geheimnisvolle und möglicherweise kriminelle Aura des jungen Mannes wird durch die Filmszene unterstrichen, in der Tschick einem Mitschüler etwas zuflüstert, was dann als Gerücht, dass er ihm mit der Mafia gedroht habe, die Runde macht.

[…]

Verhalten (ausgewählte Aspekte)

Schluss

Auch wenn die Leser:innen und Zuschauer:innen die Figur „Tschick“ im Lauf der Geschichte besser kennenlernen, bleibt er doch insgesamt sehr rätselhaft. Dazu trägt auch sein Verschwinden am Ende der Handlung bei, denn so können sowohl sein Freund Maik als auch alle Leser:innen/Zuschauer:innen nur Vermutungen darüber anstellen, was danach mit ihm passiert.

eigene Meinung

Die Bedeutung für das Gesamtwerk ist jedoch ohne Zweifel groß – nicht nur, weil Tschick namensgebend für das Werk ist: Der Kern der Handlung des Buches – der Roadtrip der beiden Jungs in die „Walachei“ – wäre nicht zustande gekommen, ohne Tschick, der den Lada geklaut hat. Die außergewöhnlichen Erinnerungen werden Maik sicherlich sein ganzes Leben lang begleiten.

Bedeutung der Figur für das Gesamtwerk

ℹ Info: Hinweise zum Zitieren

  • Direkte Hinweise auf Szenen:
    • Dieser Eindruck wird auch in der entsprechenden Filmszene aufgegriffen, denn der Neue trägt am ersten Tag mit Panzertape reparierte Crocs.
  • Hinweise auf Textstellen in Klammern:
    • Tschicks Verhalten ist zu Anfang von einer Abwehrhaltung gegen die Situation in der neuen Klasse geprägt, was daran deutlich wird, dass er es verweigert, sich der Klasse vorzustellen und stattdessen den Lehrer, Herrn Wagenbach, seine Vorstellung übernehmen lässt (vgl. Kap. 9, Z. 91 ff.).
    • Erklärung zu den Abkürzungen:
      • vgl. = vergleiche => das steht nicht wörtlich im Text, sondern du erklärst bzw. fasst eine Textstelle zusammen
      • Z. = Zeile
      • Kap. = Kapitel
      • ff. = fortfolgende = der Verweis bezieht sich auf eine Zeile und mehrere (maximal 10), die dieser folgen
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